TEXTE


Im Paradies der verlorenen Tränen (1995)

Format: Album CD-R
(Eigenproduktion)
Beschreibung Texte


Die Initiation

Komm - verliere alle Deine Zweifel komm - und folge mir blicke nicht zurück der Vergangenheit entrückt komm - und folge mir ins Paradies Lichter - Schatten Die Zeit ist ohne Bedeutung Emotionen vergehen im Wind des Seins Komm - laß dich fallen komm - und folge mir Erinnerung vergessend von nichts wissend Komm - und folge mir ins Paradies ...

Ein Blick zurück

Ein Blick zurück in die Vergangenheit offenbart ein kaltes Lächeln, das nie vergeht. Ein Blick zurück in die Vergangenheit bringt Dir die Erinnerung Deines Lebens Deines Todes Deines jammervollen Todes Vergessen ist das Leben, das damals war Zukunft gänzlich ungewiß schwebst Du davon durch den Glanz deines verlorenen Seins Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt Haß und Furcht, die Dein Leben war. Ein Blick zurück in die Vergangenheit läßt Dich erschauern Die Menschenblicke nicht sehen wollend verläßt Du ihr Todesreich ihr dunkles Todesreich Vergessen ist das Leben, das damals war Zukunft gänzlich ungewiß schwebst Du davon durch den Glanz deines verlorenen Seins deines für immer verlorenen Seins Schließend Deine Augen lass Tränen fließen den Bach, der nie versiegt, herunter zum goldenen Glanz und Ruhm des Ichs, der endet im verfallenden Nichts der endet im verfallenden Nichts

Morbide

Und die Kinder flüsterten das Wort, das keiner mehr hören wollte und sie schrien es laut, sodaß jeder es verstand morbide Und sie sagten er ist krank doch keiner wagte es je auszusprechen seine Sinne verfangen in fremder Macht nahm er die Menschen nicht mehr wahr morbide Entsetzen in ihren Gesichtern befahl ihnen zu töten bevor es sie zerfraß bevor es sie zerfraß Und die Kinder flüsterten es als erste er ist dem Tode geweiht und die Menschen blickten zu Boden bis auch er es verstand morbide

Devot

Ich begehre Dich ich bin devot befolge alle Deine Schritte Devot knie vor Dir nieder devot In weissem Gewand blicke ich nieder mein Körper ist bereit Ich weiß ich bin in Deiner Hand gefangen in meiner Begierde die Züge Deines Lächelns voller Bitterkeit devot devot Wohl tut der Schmerz, der nun meinen Körper brennt ich kann ihm nicht entfliehen ich bin devot devot

Wolkensturm

Der Himmel weint seine Tränen, die fallen hernieder bedecken Dein Haupt In grauen Farben zeigt sich die Natur Dir nun zum letzten Mal zum letzten Mal Ein Wolkensturm entfacht und die Natur nimmt sich das Opfer, welches ihr dargebracht. Schaue in den Himmel und sehe die Wolken sie ziehen davon Dein Gesicht ist müde sehnt sich nach der Feuchtigkeit, die es umschließt Starr blickst Du in die Wolken entdeckts Figuren vergessener Tage, die nun bedeutungslos geworden sind Du beginnst zu schlafen und träumst den Traum, der nie vergeht. Den Traum, der nie vergeht. Nun ist Dein Körper ganz benäßt und findet die Ruhe in seinem ewigen Grab. Und findet die Ruhe in seinem ewigen Grab. Der Himmel weint seine Tränen, die fallen her nieder - bedecken Dein Haupt. In grauen Farben zeigt sich die Natur Dir nun zum letzten Mal zum letzten Mal.

Genovevas Traum

Dies ist die Geschichte von Genoveva einem Mädchen aus der Vergangenheit, welche nur das Glück wollte und doch den Tod fand. Leise träumte sie von ihrer Zukunft. Sie wollte Kinder, glücklich sein und friedvoll sterben. Das Unheil, das drohte nahm sie nicht wahr sie schlief den Schlaf der Ewigkeit Doch sie kamen sie zu holen rissen sie aus dem Bett man nannte sie Hexe und verurteilte sie schnell Die Eltern weinten keine Träne und wandten sich von ihr ab allein die Natur war ihr Zeuge unbefleckt starb sie davon und träumte wieder und träumte wieder

Q.E.D.

Quod erat demonstrandum was zu beweisen war quod erat demonstrandum und die Zeit steht still Ein alter Mann auf der Suche nach der Lösung nicht findend bis zum Ende seines Ichs Geistig verwirrt nun bleibend kauend auf einem Stück Papier auf einem Stück Papier Quod erat demonstrandum was zu beweisen war quod erat demonstrandum auf der Suche nach dem Licht Die Quadratur des Kreises Chaos versus Verstand exogenes Verhängnis endogenes Sein Quod erat demonstrandum was zu beweisen war quod erat demonstrandum dann endet unser Weg

Immortalität

Immortal unsterblich nicht vergänglich in Raum und Zeit Immortalität keine Gefühle keine Seele unmenschliches Sein Stehend deinem Ebenbild gegenüber vergessen ist das Jetzt das Morgen Immortal Sonnenstrahlen schmerzen Kälte schneidet in mein Fleisch so scharf Immortal unmenschliches Verlangen unmenschliches Verlangen sind wir Gott? Immortal vermessen die Schöpfung gab uns das Mittel der geistigen Vernichtung aber um welchem Preis? Genetisch addiert, genetisch multipliziert, genetisch subtrahiert und dividiert Immortal individuelles Sein vergangen sind die Freuden vergessen ist das Leid Das Wesen Mensch ist längst gestorben längst gestorben

Vergessene Welt

Wir schreiben das Jahr 2550 Das Land ist schwarz Körper suchen eine Seele es ist vergebens Was haben wir getan? was haben wir getan? Und sie sagten es wäre der Teufel! und sie sagten es wäre der Teufel! Er kam herab mit einem Schiff Asche breitete er aus über seinen Jüngern und sie sagten es wäre der Teufel aber in Wirklichkeit war es Gott! Wir schreiben das Jahr 2550 Das Land ist schwarz Körper suchen eine Seele es ist vergebens. Was haben wir getan? Was haben wir getan? Wir schreiben das Jahr 2550 Das Land ist schwarz Körper suchen eine Seele es ist vergebens. Was haben wir getan? Allein die Natur bleibt zurück heilt die Wunden ihr geschlagen leidend tanzend in den Untergang

Sterbender Soldat

Sterbender Soldat die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat ich muß nun weitergehen Dein Ruf verhallt blicke nicht zurück Sterbender Soldat der Welt entrückt Sterbender Soldat die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat ich muß nun weitergehen Schwindet Dein Verstand mir folgend an der Hand sterbender Soldat in einem fremden Land Und die Fragen tun sich auf war es alles richtig, was du tatest den selbstgewählten Weg betrachtend verlachst nun Deine eigene Existenz Sterbender Soldat die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat ich muß nun weitergehen Nutzlos liegst Du da in bitteren Tränen Sterbender Soldat wolltest Dich nicht schämen Sterbender Soldat Die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat Ich muß nun weitergehen Dein Leben ist verwirkt Deine Seele ist nicht rein Sterbender Soldat du bist nun mein Erinnere Dich an damals an die Freuden Deiner Jugend unvergessen warst noch ein Kind spielend mit Deinen Freunden ein böses Spiel Es war der Krieg und Du warst nicht der Verlierer warst nicht der Verlierer du warst der Sieger Sterbender Soldat die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat ich muß nun weitergehen Dein Ruf verhallt blicke nicht zurück Sterbender Soldat der Welt entrückt Sterbender Soldat die Zeit mit Dir war schön Sterbender Soldat ich muß nun weitergehen Vergesse dieses Leben nimm Abschied von der Welt Sterbender Soldat du warst kein Held.

Vom Kindsein

Finster ist es nun in meiner Seele Finsteris in meinem Geist War ich noch Kind spielte leichte Spiele Neugier verbarg mein Inneres und Folgen nicht bedacht ließ ich Taten geschehen Vermessen glaubte ich an Wahheit einer Liebe, die niemals war. Doch es ist mein Fehler ich glaubte an Deine Offenheit Lügen bittersüß verdeckend und freudig mich begrüßend fühlte ich eine tiefe Wärme, deren Ursprung mir verborgen blieb mit der Zeit erst zum Vorschein kam und sich herausstellte als das, was es wirklich war Finster bleibt nun meine Seele Finstenis in meinem Geist still entfern ich mich in mein Innerstes hoffend eines Tages neu zu leben Dich wiederzusehen als Bildnis, das Du nie warst niemals warst Keine Hoffnung mehr kein Gefühl tot die Seele tot der Geist Brennendes Feuer tief in mir nun ewiglich scheint ewiglich scheint Finster ist es nun in meiner Seele Finsternis in meinem Geist So war es denn mein Fehler zu glauben, daß es mehr gibt als nur die Lust, die in uns giert nach immer neuen Taten drängt sucht und findet sucht und findet ...

Exekution

Es ist soweit der Ruf erklingt in mir wieder und schallt durch meine Glieder es ist soweit Ich bin an der Reihe verbunden längst die Augen gebrochen längst mein Sein so soll es sein Die Waffe gerichtet auf meinen bloßen Körper der Schuß unhörbar fällt beginne ich zu schlafen Erinnerungen des damals im Spiegel meines Seins verblassen unhörbar so soll es sein So soll es sein durchschossen von Kugeln zerbohrend mein Gehirn am Boden liegend und weinend vor Schmerz Mein Schicksal ist entschieden mein Vergehen nun gerecht der Geist jetzt befreit so soll es sein Erinnernungen des damals im Spiegel meines Seins verblassen unhörbar so soll es sein so soll es sein Die Waffe gerichtet auf meinen bloßen Körper der Schuß unhörbar fällt beginne ich zu schlafen Mein Körper wird vergraben die Tat vergessen gemacht Erinnerung an mich nun zerfällt es ist soweit Exekution

Formenlos

Formenlos nicht sichtbar nicht fühlbar Allein der Geist Formenlos unendlich vergessen unendlich nicht wissen Formenlos Allein der Geist allein der Geist formenlos Formenlos nicht sichtbar nicht fühlbar Allein der Geist formenlos

Der jüngste Tag

Am letzten Tag der Menschheit tragen alle Englein schwarz über uns schwebend betrachten sie das, was einst geschah und nur ein Engel zeigt seine Tränen spürt das alles doch vergebens war schließt die Augen und denkt an die Vergangenheit was damals geschah was damals geschah. Am letzten Tag der Menschheit tragen alle Englein schwarz über uns schwebend betrachten sie das, was einmal war. Sie sehen Leichen Berge von Leichen abgehackte Schädel zertrennte Gliedmaßen, die zuckend sich winden und dazwischen Ratten sie nagen an den Knochen und Geier aasen gierig das Fleisch Entsetzt schließt der Engel seine Augen und hört einen Schrei das letzte Wesen Mensch ist am sterben er kann es nicht verhindern Qualvoll reissen Geier ihm das Herz aus der Brust es ist vorbei Am letzten Tag der Menschheit tragen alle Englein schwarz über uns schwebend betrachten sie das, was einst geschah was einst geschah


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Alle Gedichte wurden verfasst von Andreas J. Ohle
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