REZENSIONEN


Kelch der Trauer (2000)

Format: Album Download Stream
(Youtunez / Manufaktur)
Beschreibung Texte Rezensionen Audio


ZILLO - Ausgabe 6/00 Der Kölner Musiker Andreas J. Ohle hat mit seinem Projekt eXplizit einsam den gelungenen Versuch unternommen, deutsch- sprachige Lyrik mit unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen zu vereinen, wobei der instrumentale Opener "Moment der Stille" noch im düsteren minimalistischen Electro-Gewand erscheint, während die weiteren Stücke schon Paralellen zu Frühwerken von Goethes Erben aufzeigen. Obwohl das Album als CDR erschienen ist, hat man sich die Mühe gemacht, es mit einem schönen Booklet samt allen Texten und stimmungsvollen Fotos auszustatten. (Dirk Hoffmann)


BLACK - Ausgabe 20 Sommer 2000 Silübergreifend - ein wenig Gothic, ein Hauch Electro, etwas Darkwave und eine Prise Neofolk (so jedenfalls verspricht es Produkt-Infoblatt) präsentieren EXPLIZIT EINSAM auf ihrem aktuellen Longplayer KELCH DER TRAUER ihre Kompositionen, zumeist begleitet von deutschsprachigem Gesang, bzw. Sprechen. Von verspielt-schräg bis bedrohlich-düster oder auch rhytmisch kontrolliert über eine Distanz von 11 Tracks. Vieles klingt tragisch- traurig, ernüchternd, erkaltet und verdrießlich, als gäbe es im Leben keine Sonne mehr. Einst nannten sich Kompositionen ähnlich derer GOETHES ERBENs oder DAS ICHs "Neue Deutsche Todeskunst" - auch EXPLIZIT EINSAM wandeln auf diesen Pfaden; teilweise minimalistisch, aber ja! Es geht um Geist, Zeit, Empfinden, Vergänglichkeit, den Tod ... sehr nachdenklich und pessimistisch anmutend, das Ganze. Wer der Essenz der Gedanken von Andreas J. Ohle, der Solist der Formation EXPLIZIT EINSAM zu vorgenannten Themen gerne lauschen möchte, sich selbst gerne mit diesen Gedanken trägt, der tue sich keinen Zwang an! PS: "Ich bin der Geist, der stets verneint..." - kommt mir bekannt vor. Wo kamen diese Textzeilen gleich noch vor? Rätsel! ... THE OMEN ist des Rätsels Lösung! (M.O.)


POINT BLACK - Ausgabe 8 Auch Andreas J. Ohle hat mit "Kelch der Trauer" sein neues EXPLIZIT EINSAM-Album fertig gestellt. Bereits im Vorfeld wurde der meines Erachtens nach beste Song des Albums "Weltenflucht" ausgekoppelt und nun im Anschluß sind auch die Stücke "Traum vom Leben" und "Eloquenz" als MCDs erhält- lich. Wer sich bei solchen Titeln nun an Goethes Erben erinnert fühlt, liegt gar nicht mal so falsch, denn wenn es die Sparte "Neue Deutsche Todeskunst" jemals gegeben hat, dann darf man auch EXPLIZIT EINSAM hier einordnen. Oftmals eher mini- malistische Elektronik-Arrangements werden gepaart mit deutschem Sprechgesang (nicht wie beim Hip Hop, nee so nicht ...), der teils etwas abstrakt, von den dunkleren Seiten des Seins erzählt. Das Booklet wird geschmückt von Fotografien, die Friedhofs- statuen zeigen und ist sehr ansprechend gestaltet. Wer ein Freund der Melancholie und Nachdenklichkeit ist, Goethes Erben und Relatives Menschsein mag, sollte sich auch mal mit eXplizit einsam auseinander- setzen. Auch "Kelch der Trauer" erreicht zwar noch nicht ganz die Güte der großen Vorbilder ist aber in der Geschichte von eXplizit einsam auf alle Fälle ein Schritt nach vorne und als hörenswert zu bezeichnen (...) (Marco)


Refraktor - Ausgabe 15 Ja, kaum habe ich die Maxi "Weltenflucht" rezensiert, trudelt bei mir schon wieder ein neues Full-Time Album von eXplizit einsam ein. Musikalisch ist bei dem Album alles beim Alten geblieben. Noch immer trägt Andreas J. Ohle seine deutsch- sprachigen Texte vor. Untermalt wird dies wie immer von leichten Synthezizer- melodien, die unverkennbar sind. Mir bereitete es einmal mehr Freude neue Songs von eXplizit einsam zu hören. Für alle Fans des melancholischen Dark Waves sei dieses Album wärmstens empfohlen. Einmal mehr möchte ich hier auch das gesamte Layout des CD Covers lobend erwähnen. Jenny Schultz hat hier etliche Friedhofsfotos beigesteuert. (M.S.)


Fatal Underground No.8 Jetzt kommt es wirklich wieder ma extrem ruhig und vor allem die deutschen Texte der gerade im Player rotierenden Scheibe ziehen einen Stück für Stück nach unten. Auf diesem zweiten mir bekannten Long- player des Soloprojektes von Andreas J. Ohle aus Köln, geht es auch wieder musikalisch in die großen Weiten der elektronischen Musik. Durch die aus- ufernde Verbreitung von Ruhe und Entspannung und den dazu dargebrachten lyrischen Texten kommt man zwangsläufig irgendwann mal an die Stelle, wo man anfängt, sich mit dem eigenen Sinn oder Unsinn des Daseins zu beschäftigen. Freunde dunkler und darkwaviger Klänge mit leichtem EBM und Gothic Einschlägen, die von Todessehnsucht getrieben werden, haben an diesem Werk garantiert Ihre "Freude", falls man es mal so bezeichnen will, wenn man seinem Ziel ein wenig näher rückt. Die insgesamt 11 Songs sind eigentlich musikalisch recht einfach aufgebaut, verfehlen aber durch ihre echt gelungenen Arrangements bestimmt nicht ihre Wirkung, sie auf Euch haben sollen.


Amboss - Musikmagazin Juni Bereits seit 1992 existiert dieses Projekt um Andreas J. Ohle, kreativer Kopf und Vordenker, Songschreiber und Texter. Mit Kelch der Trauer erscheint nun bereits das fünfte Album dieser "Band". Waren Andreas' erste Gehversuche noch im experimentellen Bereich angesiedelt, hat er seine Liebe zu Bands wie Das Ich, Goethes Erben oder Relatives Menschsein mit elektronischen Mitteln und dunkel melancholischen Sound weiterentwickelt. Entstanden ist so ein Dark Wave Album, welches mit seinem Sprachgesang am ehesten an die letzte Endraum Veröffentlichung erinnert. Die teilweise minimalistisch instrumentierten Songs richten die Aufmerksamkeit auf das gesprochene Wort. Die lyrischen Texte erscheinen wie düstere Erzählungen, die zum Nachdenken anregen, aber auch immer Platz für Eigeninterpretationen lassen. Besonders wohltuend fällt auf, dass diese Lyrik auf falschen Pathos oder Parolen verzichtet. Die Musik, die neben elektronischen auch ein paar klassische Elemente aufbietet, ist ein bedrohliches Inszenarium, welche die Endzeitstimmung der Texte wie schwarze Lava in die Gehörgänge treibt. Diese CDR kommt mit bebildertem Booklet incl. aller Texte.


LAGUNA - Ausgabe Mai 2000 Und wieder eine CD von der ich sagen muss, dass sie mir sehr gut gefällt. Kannte ich eXplizit einsam ja schon bereits von ihrem Vorgängeralbum DAS ELIXIER, muss ich sagen, dass sie auf KELCH DER TRAUER sich nochmal gesteigert haben. Andreas J. Ohle von eXplizit einsam hat hier ein vornehmlich ruhiges Werk geschaffen, dass ganz gegen den heutigen Zeitgeist wundervolle Melodien in Anlehnung an das Mittelalter und deutsch- sprachige Lyrik miteinander kombiniert. Ein weiteres Plus dieser CD ist das wunder- schöne Booklet, welches Fotos der Szene- fotographin Jenny Schultz beinhaltet.