REZENSIONEN


Auf Ewig (2004)

Format: CD Album
(SX Distribution)

Beschreibung Songtexte Rezensionen Audio


ZILLO: Alle Freunde der reinen Form der Neuen Deutschen Todeskunst, denen die einstigen Protagonisten Goethes Erben zu progressiv und DAS ICH zu industrial geworden sind, dürfen nun freudig erregt aufhorchen. Was Andreas J. Ohle mit seiner zum Ein-Mann-Projekt geschrumpften Gruppierung Explizit Einsam auf seinem neuen Album "Auf Ewig" abliefert ist Todeskunst in Reinkultur. Minimalistische Elektronik trifft auf neo-klassische Einsprengsel und atmosphärische Klänge, der Sprechgesang ist angemessen pathetisch und theatralisch, und die Texte sind schwermütig, dunkel und poetisch. Elektronik und Beats, die auch ruhig ein weniger wuchtiger ausfallen dürfen, sind dominanter als auf Ohles früheren Alben - ein Aspekt welcher der Musik gut zu Gesicht steht, verliert sie sich doch dadurch nie zu sehr im Schwelgerischen, sondern macht den einen oder anderen Track auch für die Tanzfläche geeignet. Die visuelle Präsentation in dunkler monochromatischer Farbgebung mit Fotos von Friedhofsstatuen und Frakturschrift ist ebenfalls sehr stimmig und passt zur Musik und der vorgetragenen Lyrik, die sich vornehmlich um Einsamkeit, Leere, Verfall und andere negative Aspekte des menschlichen Daseins dreht. Das Ganze ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, sollte aber Freunde der Frühphase oben genannter Bands zu wahren Jubelstürmen veranlassen - präsentiert es doch eine direkte dezent modernisierte Weiterentwicklung just jenes Stiles, der diese dereinst berühmt gemacht hat. Als Gesamtkunstwerk funktioniert "Auf ewig" dann auch sehr gut - neue Hoffnung für eine heutzutage spärlich besiedelte Szene. Einziges Manko: Die CD könnte lauter und etwas knalliger gemastert sein - das tut jedoch weder der Musik noch der dargebotenen Qualität einen Abbruch. (MK)


LEGACY: Mit seinem bereits sechsten Album, zählt man die beiden Demo-Veröffentlichungen "Prolog" und "Im Paradies der verlorenen Tränen" mit, erschafft Andreas J. Ohle, Alleinherrscher hinter EXPLIZIT EINSAM, einmal mehr einen unwirklichen, kafkaesk-klaustrophobischen Kosmos aus zerstörten Träumen, desillusionierten Wünschen, gefrorenen Tränen, stummen Schreien und sinnlos ins Leere gerichteten monologischen Anklagen. Wen könnte man besser verdammen als sein Spiegelbild, wen besser verurteilen als die Albträume, die Nacht um Nacht durch Morpheus´ Garten huschen und sich zentnerschwer auf der atemlosen Brust niederlassen? Andreas versteht es, zwischen Wort- und Instrumentalgewalt (´Anagramm´ könnte locker als frühminimalistischer Das Ich-Entwurf durchgehen) seinen Gedanken solch mitreißenden Ausdruck zu verleihen, dass der Hörer unweigerlich in den Strudel dieses grauen Maelstroms gezogen wird. Der dünne, anachronistisch wirkende Sound betont die Verwurzelung von EXPLIZIT EINSAM im Untergrund, im Minimalismus und genialen Dilettantentum: der stets schräg wirkende Sprechgesang (der in ´Fieber´ eine durch die seltsame Betonung des Titelwortes schon fast parodistische Note annimmt) schlägt eine Brücke zur deutschen Todeslyrik – in dieser Schnittmenge fühlt sich EXPLIZIT EINSAM so richtig schön einsam und damit skelett-pudel-wohl - man muss einfach das Gefühl kennen und lieben, sich am eigenen Unglück weiden zu können, diesen wunderschönen Automasochismus ausleben zu können, um in dieser Platte Glück, Gemeinsamkeit und Verständnis, einen "partner in suffering" zu finden. (MG) 11 Punkte www.legacy.de


SCRPYTURA SONITRA: Mit Freude habe diese Veröffentlichung von eXplizit einsam erwartet. Nach sehr vielen Veröffentlichungen im Eigenvertrieb des Projektes um Andreas J. Ohle liegt nun endlich mit "auf ewig" ein deutschlandweit erhältliches Album über SX Distribution vor. Zunächst fällt mir ein wirklich schön gestaltetes Coverartwork auf, für das sich Robert R. verantwortlich zeigt. Mit dem Opener "Eröffnung" wird gleich klar in welche Richtung es hier gehen wird. Dunkle, mit lyrischem Sprechgesang angereicherte, elektronische Musik. Nach einem kurzen düsteren instrumentalen Zwischenspiel folgt mit "Demenz" ein Titel, der einigen schon von diversen Samplern bekannt sein könnte. Dieser Song kommt bei aller Melancholie richtig flott daher und könnte sicher auch die eine oder andere Tanzfläche bevölkern. Sehr bedrohlich hört sich dann "Siechend" an. Gefolgt von einem schwebenden, ja fast ambienten "Sequenz IV". "Alles oder nichts" hat eine sehr schöne Melodie und einen sehr kräftigen Sound. Auch ein sehr schöner lyrischer Text prägt diesen Song. "Auf ewig" ist dann der Titelsong dieses Albums und zu recht. Ist es doch einer meiner Lieblingssongs dieses Albums. Schon alleine wegen dieser diabolischen, filmmusikartigen Hintergrundmelodie. Nach einem weiteren sehr schaurigen Zwischenspiel folgt "Fieber", ein ebenso clubtauglicher Song wie auch schon "Demenz". Auf den nächsten Song war ich schon beim Einlegen der CD gespannt, trägt dieser Titel doch den Namen "eXplizit einsam". Und ich werde nicht enttäuscht von einem schönen, morbiden, mit guten Sounds angereicherten Song. "Sequenz V" ist dann das letzte Zwischenspiel der CD und mit "1+1=2?" folgt der letzte Song des Albums. Geprägt ist das ganze Album von düsterer Melancholie, dunkler Poesie und schwarzer Romantik. Die Musik ist eine moderne Variante der neuen deutschen Todeskunst. Erinnerungen zu "Relatives Menschsein" und den frühen "Das Ich" werden zwar wach, aber eXplizit einsam haben ihren ganz eigenen Sound. Und daher kann man eXplizit einsam als eine willkommene Abwechselung in der derzeitigen Musikszene sehen. Ich auf jeden Fall kann jedem empfehlen sich das Album mal anzuhören . Anspieltips: "Demenz" ,"Fieber" und "auf Ewig". Wer mehr zu eXplizit einsam erfahren möchte, dem empfehle ich das aktuelle Interview, das ich mit Mastermind Andreas J. Ohle geführt habe. Alles auch nachzulesen auf unseren Seiten.


XPLOITED: Vor den Würmern sind wir alle gleich... Erwartungsvoll öffne ich den Umschlag, um den Silberling aus seiner Verpackung zu befreien und schon auf den ersten Blick stelle ich fest: Es hat sich was getan im Hause der Todeskünstler um Andreas J. Ohle. "Auf ewig", das neueste Werk von eXplizit einsam, erscheint erstmals in professioneller Aufmachung, wofür sich das Label Cerebral Music verantwortlich zeichnet. Das zeigt sich nicht nur in der Qualität des Booklets, welches stilvoll von Robert R. in Szene gesetzt wurde. Während der Opener mit "Eröffnung" lyrisch noch etwas unbeholfen daher kommt, stimmt ein psychedelisches Instrumentalstück auf das Folgende ein. In "Demenz", "Siechend" und "Fieber" (ersteres wurde bereits 2003 im Eigenvertrieb veröffentlicht) zeigen sich dann die Qualitäten der Schwarzromantiker. Gekonnt wird in dieser thematischen Trilogie innerhalb des Gesamtwerkes ein Bogen zwischen beginnendem Verfall, Leiden und dem daraus resultierenden Lebensende gespannt, wobei sich dieser bis kurz vor Ende der Scheibe erstreckt. Dabei ist "Demenz" noch absolut tanzbar und harmonisch, unterlegt durch flächige Elektropassagen und begleitet von Ohles distanzierter, emotionsloser Stimme. Folgerichtig beginnt sich in "Siechend" das musikalische Bild zu wandeln, die Atmosphäre wird durch eine beklemmend wirkende Basslinie gezeichnet, die Tonlage ist deutlich direkter und eindringlicher. Man möchte fast meinen, dass Gottfried Benn hier die inspirierende Quelle gewesen ist, denkt man an dessen Werke und die Metapher der qualvollen "Matratzengruft". Dementsprechend zeigt "Fieber", wohin der dabei beschrittene Weg führt: Im elektronisch pulsierenden Gewand geht es dem Lebensende entgegen. Wie an einzelne Krankheitsschübe erinnernd, hebt und senkt sich das Klangbild, der Einsatz von Glocken im Hintergrund zeugt nicht nur von musikalischer Vielseitigkeit, sondern verleiht dem Stück zugleich etwas subtil Schleichendes, etwas, das sich im Verborgenen entwickelt, um irgendwann hervorzubrechen. Nach "Sequenz IV", dem zweiten Instrumentalstück der Scheibe, verwischt in "Alles oder Nichts" die hörbare Grenze zwischen Synthesizer und Akustik-Instrumenten. Bestimmt wird das Stück durch ein eingängiges Leitmotiv und thematisiert die Frage nach dem Nichts und welche Bedeutung es in Wirklichkeit für uns hat, während Andreas J. Ohle hier die melancholisch-klagende Seite seiner Stimme offenbart. Lyrisch gesehen ist mein favorisierter Titel das zum Album gleichnamige Stück "Auf ewig". Gezeichnet von bitterer Ironie kontrastieren hierbei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Spiel der Mäuse auf dem Gottesacker wird der resignierten Betrachtung des gescheiterten, sinn- und wertlosen Lebens gegenübergestellt und stilisiert das Stück so zu einem in sich geschlossenen Oxymoron. Anschließend an das bereits erwähnte "Fieber" wird mit "Explizit einsam" der finale Abgang eingeleitet, wobei jenes Stück inhaltlich teilweise etwas schwach erscheint. Einen eher experimentellen, aber dennoch gelungenen Schlussstrich ziehen eXplizit einsam mit "1 + 1 = 2?". Mit verzerrter, von düsteren Elektroklängen unterlegter Stimme legt Ohle eine interessante Auffassung über die Logik jenseits der Sterblichkeit dar und somit dürfte nicht nur jenen, die in einer Beziehungskrise stecken, klar werden, dass eins und eins nicht zwangsläufig zwei sein muss. Ein zunächst noch impulsives, dann aber leise dahinscheidendes Klaviersolo verhilft dem Ganzen zur nötigen Tragik und entlässt den Hörer zurück in die Welt seiner eigenen Gedanken, welche auch nach mehrmaligem Abspielen noch längere Zeit um die Facetten der Einsamkeit kreisen dürften. Fazit: Nach der bereits beachtenswerten Single "Demenz" haben sich eXplizit einsam mit "Auf Ewig" zu neuen Höhen emporgeschwungen. Obgleich die gezielte Festlegung auf das Sujet der Einsamkeit eine gewisse Monotonie vermuten lässt, widerlegt eXplizit einsam Mastermind Andreas J. Ohle dies auf durchdachte Weise. Anstatt sich thematisch im Kreis zu drehen, versucht er sich konsequent mit den verschiedenen Aspekten der Einsamkeit und ihren, von uns wohl zu oft verdrängten, Auswirkungen auf unser Leben auseinanderzusetzen. Dies ist ihm auch geglückt, während er musikalisch die Höhe der Zeit trifft, ohne sich jedoch im Stile des geläufigen "Gothic-Pops" anzubiedern. Nicht zuletzt deshalb erhält das Gesamtwerk eine durchgehende Singularität von Wort und Ton, welches nicht an seiner Authentizität zweifeln lässt... Quelle: http://www.xploited-magazin.de/


GOTHICPARADISE: Mastermind Andreas J. Ohle schafft es immer wieder mit jeder neuen Veröffentlichung, und davon gibt es etliche, noch dunkler und noch melancholischer zu werden. Ich kenne EXPLIZIT EINSAM nun schon seit 1994 und habe die Entwicklung mit verfolgt und bin jedesmal aufs Neue überrascht über den Output von Andreas. In gewohnt dunkler Machart erscheint das Cover und die Musik dazu ist nicht minder düster und doch nicht aufgesetzt klingend. Andreas´ durchdringende, teilweise sehr schön monotone Stimme zieht sich durch den Klangteppich und bohrt sich unaufhaltsam in die Gedankengänge des Hörers. Sicherlich ist EXPLIZIT EINSAM nicht für Jedermann zugänglich und auch ich bevorzuge normalerweise einen anderen musikalischen Stil, aber EXPLIZIT EINSAM fasziniert mich immer wieder und ich kann nicht anders, als jedes Album ohne Pause durchzuhören. Dieses Album verbindet, nach wie vor, düstere, melancholische Musik mit durchdringendem Sprechgesang und Vergleiche mit GOETHES ERBEN u. ä. sollte man sofort wieder beiseite schieben, denn EXPLIZIT EINSAM hat einfach einen eigenen, typischen Stil, der in gar keine Schublade passen mag. EXPLIZIT EINSAM, übrigens zum ersten mal in Zusammenarbeit mit SX-Distribution, schafft mit „Auf ewig“ einen düster-melancholischen Soundtrack zum Film im Inneren des Zuhörers und dürfte sich mit diesem Album nun endlich in die Herzen der bis dato noch nicht als Fans Bekennenden gespielt haben.


SURFACE: Das Ein-Mann-Projekt von Andreas Ohle geht nun schon ins 12. Jahr und mit 6 Alben, diversen Singles und einigen Compilationbeiträgen hat er schon einiges an Arbeit geleistet. Dieses Mal legt er mit „Auf ewig" sein mit Abstand bestes Album vor, welches auch schon vom Zillo-Magazin gewürdigt wurde. Der Grund für diese Einschätzung liegt wohl in der Qualität der Aufnahme, denn auch die älteren Alben konnten überzeugen. Der rezitative Sprechgesang und die Melodienreiche Musik geht ein weiteres Mal eine Einheit ein, um das Gefühl der Einsamkeit in Musik umzusetzen. Neben dem Titelstück ist vor allem der Song „Alles oder Nichts“ hervorzuheben, der wohl die dichteste Atmosphäre aus Gesang und Melodien bildet. Auch die Instrumentals „Das schwarze Licht“ und „Anagramm“ taugen als Soundtracks für Endzeitfilme. A. Ohle schafft es die Atmosphäre die er beabsichtigte über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten und dürfte so manch fasziniert verstörten Hörer hinterlassen. Für ClubDJs sei der Song „Fieber“ empfohlen. Fazit : Bisher bestes Release von Explizit Einsam und Anhängern deutscher dunkler Lyrik wärmstens ans Herz zulegen! (AB)


GREEN DRAGONS INN: Das Projekt eXplizit einsam ist mit Sicherheit kein Neuling in der Szene der Todespoeten. Gegründet wurde eXplizit einsam im April 1992 und das im Februar 2004 erschienene Album "Auf Ewig" ist somit das 3. Studioalbum. Während ich in das Album rein schnuppere, kann ich mich nicht ganz des Vergleichs zu Goethes Erben erwehren, allerdings wirkt der Sänger und Texter Andreas J. Ohle aus Köln lange nicht so exaltiert. Ruhig und anklagend monoton trägt er seine Lyrik Sprechgesang ähnlich vor, zu höchst dramatisch anmutenden Klangbögen. Vor mir präsentiert sich ein in sich stimmiges Album mit schönem Booklet, das verlangt, sich zurück zu lehnen, die Augen zu schliessen und sich in die Texte hinein fallen zu lassen. Musikalisch spricht das Album mit Sicherheit jene Leute an, die auch die frühen Alben von Mortiis mögen und Sopor Aeternus. Beinahe wie ein Soundtrack zu einem sehr sehr düsteren Film schweben die Melodien im Raum, wobei es nie zu bombastisch wird, nie zu aufdringlich. Auf jeden Fall ein beachtenswertes Kunstwerk, in das reinzuhören sich mit Sicherheit lohnt. Wer neugierig geworden ist, kann die ausgesprochen stilvoll gestaltete Homepage des Projekts besuchen, auf der man auch mp3 Downloads findet.


ASTAN: Ein Genre das nicht mehr so häufig in Erscheinung tritt. Neue dt. Todeskunst hies das einmal und neben Goethes Erben, gibt es kaum noch Vertreter dieser Richtung. Explizit Einsam sind solche Vertreter. Musik wie ein Selbstmordversuch, destruktiv - wortgewaltig und voller Seelenqual. Die dt. texte sind von hoher Poesie. Nicht einfach und nicht für jeden etwas, aber nicht ohne Reiz. Mir gefällt das gut,auch wenn ich nicht immer diesen Gefühlswelten ausgesetzt sein möchte. Wer Goethes Erben liebt, dem wird die CD sehr zusagen.


BLACKLIGHT MAGAZIN: eXplizit einsam melden sich mit ihrer neuen CD "Auf Ewig" zurück, die erstmals bei SX Distibution im Vertieb, deutschlandweit erhältlich ist. Das schwarzromantische Gothic-Darkwave Projekt greift übzeugend gefühlvoll Gedanken zu Einsamkeit und Tod auf. Dunkle Klänge gemischt mit teils elektronischen Elementen und monotonem Sprechgesang. Das Projekt gibt es schon seit 1992, seitdem veröffentlichten eXplizit einsam, mit Sänger Andreas Ohle, bereits drei Alben, die alle auf sehr positive Resonanz stiessen. Seit 2001 war es sehr still um eXplizit einsam geworden und nun meldet sich das düstere Projekt mit einem sehr gelungenem Album zurück aus den Tiefen der Gefühlswelten. Eine bizarre Welt von zerissenen Gefühlen und Gedanken eröffnet sich dem Hörer und reisst ihn mit in die dunkle Welt von Andreas Ohle. Das Cover der CD erscheint im schwarz-romantischen Stil, ein passend zu den Texten düsteres Artwork von Robert R. Der Stil von eXplizit einsam erinnert teilweise stark an die früheren Werke von Goethes Erben, Das Ich oder Relatives Menschsein. Monotoner Sprechgesang hinterlegt mit elektronisch-klassischen, teilweise mittelalterlichen Klängen. Texthörer dürften hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, die Melodie an sich steht hierbei eher im Hintergrund. Selten habe ich eine so depressive Stimmung durch ein Album vermittelt bekommen. Mit "Eröffnung" begrüssen eXplizit einsam ihre Hörer zu einer Reise in das Tal der Einsamkeit. Titel wie "Demenz", "Auf Ewig" oder "Explizit Einsam" drücken bereits durch ihre Namen die Gefühle aus, die diese CD ausmachen. "Auf Ewig" ist zurecht der Titelsong dieser CD, es ist auch mein persönlicher Favorit der insgesamt zwölf Tracks. Bedrohliche Musik mit sehr schönem Text. "Demenz" ist bereits auf dem ein oder anderen Sampler veröffentlicht worden und ist mit einer etwas schnelleren Melodie durchaus tanzbar und ich hoffe ich werde diesen Song auch mal irgendwo in einem Club zu hören bekommen. Das eXplizit einsam auf ihre Werke eine positive Resonanz bekommen, kann ich durchaus nachvollziehen. Eine CD für ruhige Stunden aber nichts für bereits vorhandene depressive Stimmungen. Bei einem Besuch auf der Website des Künstlers lohnt es sich, auch einmal in die älteren Werke der Band reinzuhören und sich die Infos und Interviews der sehr gut gemachten Seite zu Gemüte zu führen. Die Entwicklung von Musik und Texten finde ich sehr interessant. Wer düstere Stimmung in sein Wohnzimmer holen will, der sollte sich die Musik von eXplizit einsam auf keinen Fall entgehen lassen.


AMBOSS: Seit 1992 ist Andreas J. Ohle unterwegs, um uns seine Melange aus Elektronik, Dark Wave und Klassik mit schwarzromantischer Todessehnsucht zu kredenzen. Entstanden ist ein erneut bedrückendes Werk, welches vor allem aus der rezitierenden Stimme Ohle's lebt, musikalisch hat man im Vergleich zum Vorgänger einiges hinzugewonnen. Die Dramatik der Texte wird von bedrohlichen Klängen unterstützt, die verwegene Interpretation des Red-Gesangs wird von eingängigen Melodien unterstützt und zu guter Letzt gelingt es, einen großen Teil an Sakralität in die Songs zu integrieren. Dezent stampfende Beats treffen auf sphärische Elemente in "Demenz", welches ja auch schon als Single veröffentlicht wurde. Ansonsten geht man aber wesentlich minimalistischer an die Sache ran. Die vertrackte Elektronik ist sehr spärlich gesetzt und lenkt die Aufmerksamkeit geschickt auf das gesprochene Wort. Vergleiche zu Frühwerken von Goethes Erben sind nicht von der Hand zu weisen. Weitere Einflüsse dürften auch "Relatives Menschsein" oder "Other Day" haben. Im Endeffekt bleibt es aber doch ein vertonter Gedichtband voller lyrischer Finessen, die geschickt ihre fehlende Aussage auf den Altar der Interpretation legen. Todessehnsüchtiger Underground mit sehr erwachsener Lyrik.


MEDIENKONVERTER: Liebhaber „moderner, schwarzromantischer Todeskunst“ (Zitat Presseinfo) mit nachdenklichen, teilweise surrealistischen Texten sollten sich das neue Album „auf ewig“ von eXplizit einsam auf den Einkaufszettel schreiben. Untermalt von düstenen, elektronischen Flächen und schwerer aber fein abgestimmter Rhythmik werden die Texte von Sänger und Songschreiber Andreas J. Ohle rezitiert. Bei dieser Art der Interpretation drängt sich natürlich der Vergleich mit Goethes Erben auf, jedoch wirkt keiner der 12 Tracks von „auf ewig“ von denselben abgekupfert. Zu sehr unterscheidet sich der monotone aber äußerst eindringliche Gesang Ohles von den akzentuierten Rezitationen Oswald Henkes und geht vielleicht deswegen nicht weniger unter die Haut. Auch die Themenauswahl ist eine andere. eXplizit einsam besingen auf „auf ewig“ ausschließlich die dunklen Momente des eigenen Lebens wie Einsamkeit (Eröffnung / eXplizit einsam), Verfall (Demenz / Siechend / Fieber), Tod (Auf ewig) und greifen dadurch die Thematik der barocken Vergänglichkeitslyrik auf. Verbunden mit den düsteren Begleitharmonien und unterbrochen durch Instrumentalstücke entstehen bei den Hörern, die bereit sind, sich auf diese Musik einzulassen, dunkle, vielleicht sogar alptraumhafte Assoziationen. Dadurch wird diese Scheibe für jeden zu einem intimen Stück, das im Laufe der Zeit an persönlichem Wert zu gewinnen vermag.


DARKBEAT: Es gibt Sie noch, die wahrhaftigen,echten Dark Wave Kappellen ! "Explizit Einsam" sind jene Vertreter einer Gattung, die es wagen, den Veröffentlichunsfluten des Futurepop und Electro mutig entgegenzutreten. Ganz nach alter Schule klingen Explizit Einsam, die jedem Gruftie das Herz warm werden lässt. Düster anmutendene Songs ("Demenz") lassen in Kombination mit dem apokatyptischen Sprechgesang die Nächte tief schwarz erscheinen. Die ideale Musik also, um sich mit einem Gläschen Rotwein auf einer alten Burgruine bei Nacht niederzulassen.Anpieltipps: "Das schwarze Licht", "Alles oder nichts".


DARK HEART: Nach einigen Jahren Ruhepause kehren Explizit Einsam mit der CD "Auf ewig" zurück in die Gefilde schwarzromantischer Todeskunst und des Gothic und Dark Wave. Das Projekt existiert bereits seit 1992 und blickt zurück auf zahlreiche Veröffentlichungen. Die neue CD "Auf Ewig" ist erstmals deutschlandweit via SXDistribution erhältlich und enthält insgesamt 12 Songs. Es zeigt sich das Explizit Einsam es immer noch gekonnt verstehen deutschsprachige Lyrik mit moderner Musik zu kombinieren. Ihre Mischung aus mittelalterlichen und elektronischen Klängen ist und bleibt etwas eigenständiges. Im Vergleich zu früheren Releases ist bei "Auf ewig" noch mehr an den Sounds gearbeitet worden - das Album klingt frischer und zeitgemässer und einige Songs sind sogar tanzbar (z.B. "Demenz" oder "Fieber"). Wie schon bei der CD "Kelch der Trauer" verfolgen Explizit Einsam wieder das Konzept, das sich Instrumentalsongs und Vocalsongs abwechseln. Die Instrumentalsongs wirken dabei diesmal wesentlich düsterer und erinnern sehr an Filmmusik. Anspieltips: "Auf ewig", "Demenz", "Alles oder nichts" und "Explizit Einsam". Fazit: Für Fans deutschsprachiger Todeskunst ein Muß!


ELEKTRAUMA: Sie nennen sich selber Todespoeten und damit ist die Marschrichtung dieser Gruppe festgelegt: Explizit Einsam gehen keine Kompromisse ein, ihre Lieder sind morbid-monoton und die Texte sozusagen „auf ewig“ dem Verfall verschrieben. Für alle Friedhofbesucher und Schwarzblütler ist diese CD wohl eine Offenbarung, da sie fernab vom einheitlichen schwarzromantischen Sound in die tiefe Depression einsteigen und sämtliche lebensbejahenden Momente tilgt. Das wird für einen Normalsterblichen auf die Dauer fast unzumutbar und man muss wirklich harte Nerven haben, um die ganzen Songs, die von Verfall und Tod handeln, durchzustehen. Besonders schwer wird es, wenn wie bei „Siechend“ die Sequenzen bis ins Endlose laufen, sozusagen als Metapher auf den endlosen Tod. Es ist Kunst, was Explizit Einsam machen, aber es ist schwer verdaulich. Dass sie mit „Auf Ewig“ nicht in den Media Control Charts landen werden, wissen sie selber. Das werden sie wohl sowieso nicht wollen.


BACK AGAIN: Andreas Ohle betreibt sein Projekt EXPLIZIT EINSAM schon seit Anfang der 90er Jahre und man muss schon bewundern, wie konsequent und durchhaltewillig er das durchzieht und sich stetig weiter entwickelt. Anfangs orientierte man sich nicht nur vom Namen her an den damals aktuellen „Neuen Deutschen Todeskünstlern“ wie Goethes Erben, Relatives Menschsein, Das Ich, Christian Dörge, Artwork, Misanthrope und wie sie alle hießen, sondern sehr stark auch musikalisch. Im Laufe von 12 Jahren und 6 Alben wurde die Musik vielfältiger und die Qualität der Aufnahmen und des Artworks immer besser. Trotzdem sind die Wurzeln immer offenhörlich und der Künstler selbst bezeichnet sich im Info noch als „Todespoet“. Wirklich mitgerissen hat mich dieser Stil schon damals nicht und er tut es heute noch viel weniger. Mir sind vor allem die Texte viel zu klischeehaft oder aber ich verstehe sie einfach nicht. Wer mir genauer erklären kann, was der Text „Eins plus eins macht zwei, zwei minus eins macht eins, eins minus eins macht null“ soll, der kriegt einen Preis meiner Wahl. Ich fürchte, man soll es so deuten, dass zwei Liebende zusammen ein Ganzes ergeben, wenn dann einer von beiden geht, man wieder alleine ist und am Ende der Selbstmord steht. Positiv muss man die musikalische Umsetzung anerkennen, Andreas Ohle verarbeitet vielfältige Einflüsse von Wave über Neoklassik und Dark-Wave bis hin zu Electro und minimalen Mittelaltereinflüssen. Sein Instrumentarium beherrscht der Künstler, lediglich die Produktion, beziehungsweise der Endmix hätte etwas mehr Druck haben dürfen. Sorry Andreas, it´s not my cup of tea. Aber wer auf eine Mischung aus alten Goethes Erben, Das Ich und vielleicht L´ame Immortelle steht, sollte mal ein Ohr riskieren.


ENTRY: Zunächst sollte gesagt werde, dass wer mit den frühen Werken von Goethes Erben, Misanthrope u.s.w. nicht klarkommt sollte die Finger von diesem Album lassen. Bezeichnenderweise nennt sich der Künstler, Andreas Ohle, Todespoet, was sich auch in den Texten wiederspiegelt. Thematisch soll das Gefühl von Einsamkeit musikalisch erfasst und dargestellt werden. Für Liebhaber dieser Musik und düsterer depressiver Musik ist das Album wie gemacht. Man darf sich nur nicht daran stören, dass in dem Album ein wenig die Abwechslung fehlt und nach einer weile alles recht ähnlich klingt. Aber vielleicht ist dies auch bewusst so gestaltet worden um den Fluss der Musik nicht zu stören. Immerhin wird ja auch der Gesang vom Künstler als monoton gepriesen. Wer sich einen kurzen Einblick verschaffen möchte sollte auf dem Album in Lieder wie Demenz, Siechend und Fieber reinhören. www.entry-mag.de


MELTINGCLOSE: Eine trauernde Figur weist auf das Ende des Lebensweges hin. Die möglichen Stationen davor sind das Thema der CD „Auf ewig“. Elektronisch schwebende Klänge sind mit einem schleppenden Rhythmus unterlegt, die Texte thematisieren Krankheit, Siechtum und Tod. Nicht gerade ein einfaches musikalisches Konzept. Erst recht, wenn es nicht in allegorischen Bildern sondern in einer klaren Sprache daher kommt. Andreas. J. Ohle, der Texte und Musik auf diesen Tonträger gebannt hat, beschreibt innere Zustände während verschiedener Verfallstadien aus seiner persönlichen Sicht. Dabei versucht er Situationen zu beschreiben, die außenstehenden oft nicht zugänglich sind und Menschen isolieren können. Derartige Texte sind nicht einfach. Die Schwermut überwiegt, sie kommt auch bei den instrumentalen Titeln wie Sequenz IV, Sequenz V und Anagram zum Ausdruck. Für das tägliche Hören ist diese Musik wahrscheinlich nicht gedacht. Das nach- und überdenken derartiger Situationen mag jeden hin und wieder überkommen. Zentraler Lebensinhalt sollte es jedoch nicht werden. (Quelle: www.meltingclose.de)


E-LECTRIC: Ein schwarzromantisches Erlebnis der besonderen Art, so verspricht es die Presseinfo. Hmmm, das einzig Besondere daran ist die extrem kurze Zeitspanne bis zum Drücken des Auswurfknopfes meines CD-Players. Puuuh, schwerster, schwarzer Stoff. Die selbst ernannten Todespoeten eXplizit einsam, deren mittlerweile sechstes Album "Auf ewig" ist, sind wohl die absoluten Vorzeigedüstermänner. Kein Stück, in dem es nicht um Tod, Sterben, Gruft, Moder, Fäulnis und Verdammnis geht. Von der in der Presseinfo betonten Tanzbarkeit und den Mittelaltereinflüssen merke ich nicht viel, statt dessen höre ich aus jedem Track die gleiche schwermütige, dumpf-düstere Totengräber-Romantik herausquellen. Schleppende Akkorde, monotoner Sprechgesang, gruftige Bässe, quietschende Geigen und ab und zu ein läutendes Totenglöcklein. Mann, so mies kann es mir gar nicht gehen, daß ich daran Gefallen finden könnte. Nur was für Zeitgenossen, die in Särgen schlafen und denen Tiefschwarz noch nicht schwarz genug ist.